Der Kuala Lumpur Tower

Bei Fertigstellung höchster Stahlbetonturm der Welt
Der zwischen 1992 und 1996 von Wayss & Freytag errichtete Fernmeldeturm in Kuala Lumpur, Malaysia, ist mit 421 m Höhe heute der siebthöchste Fernsehturm der Welt. Die Gründung erfolgte über ein 17 m hohes konisches Fundament mit einem größten Durchmesser von 54 m auf verwittertem Tonstein. Der äußere, in Gleitschalung betonierte parabolische Schaft ist 317 m hoch; sein Durchmesser beträgt am Fuß 24,50 m und am Kopf 13,60 m, die Wanddicken variieren zwischen 1,40 m unten und 60 cm oben. Der innere Schaft, der den Antennenmast trägt, wurde bis auf eine Höhe von 333 m betoniert.
Oberhalb von 270 m befindet sich ein sechsgeschossiger Turmkopf mit einem Größtdurchmesser von 50 m und einer Gesamtfläche von 7700 m², der sowohl Büros als auch ein sich drehendes Restaurant sowie eine Aussichtsplattform beherbergt. Die Anformung des Turmkopfes an den Schaft ist mit vorgefertigten gekrümmten Platten mit islamischer Ornamentik eindrucksvoll gelöst. Am Fuße des Turmes wurde ein mehrgeschossiges Touristikgebäude mit verschiedenen Geschäften, Restaurants und einem Theater errichtet, dessen geschwungene, einer Ananas nachgebildete, über zwei Ebenen angeordnete Dachkonstruktion architektonisch anspruchsvoll gestaltet ist.
Weitere Daten:
→ 45.000 m³ Beton
→ 5.300 t Betonstahl
→ 1.300 t Baustahl
→ 100.000 t Gesamtgewicht
W&F wird niederländisch

Übernahme durch die HBG
Im Dezember 1996 erwarb die Hollandsche Beton Groep nv (HBG) die Aktienmehrheit an der Wayss & Freytag AG von der AGIV. W&F war nun eine Gesellschaft des weltweit operierenden niederländischen Marktführers geworden.
Die HBG wurde am 18. Januar 1902 von Dr. ir. A.C.C.G. Hemert als „Hollandsche Maatschappij tot het maken van werken in gewapened beton“ (Holländische Gesellschaft zum Bauen mit bewehrtem Beton) gegründet. Durch kluge Expansion, Zukäufen und Fusionen hatte sich das Unternehmen mit frühen Auslandsniederlassungen in Chile (1904), Ostindien (1910) und später rund um den Erdball, vor allem aber auch mit dem Nassbaggergeschäft, zu einem großen Baukonzern entwickelt. Nach Zusammenschluss der ab 1929 als „Hollandsche Beton Maatschappij nv“ firmierenden Unternehmung mit der „Hollandse Constructie Groep nv“ im Jahre 1968 wurde der heute bekannte Name HBG eingeführt.
Nach Übernahme durch die HBG erfolgte 1999 die Trennung von W&F in die beiden eigenständig operierenden Unternehmen Wayss & Freytag Ingenieurbau AG und Wayss & Freytag Schlüsselfertigbau AG. Letztere wurde 2006 mit dem Schwesterunternehmen „Müller-Altvatter GmbH & Co KG“ zur BAM Deutschland vereinigt.