Erster Bau eines hyperbolischen Naturzugkühlturmes in Deutschland

Espenhain bei Leipzig
Wayss & Freytag hat 1938 gemeinsam mit der Maschinenbaufirma Balcke, Bochum, den hyperbolischen Naturzugkühlturm in Deutschland eingeführt. Nach dem Bau des Großkraftwerkes Espenhain bei Leipzig wurden bis Kriegsende 20 weitere Türme dieser Bauart mit Leistungen bis zu 12.000 m³/h in Mitteldeutschland errichtet. Diese Tradition wurde 1948 mit dem ersten Turm nach dem 2. Weltkrieg in Gelsenkirchen für die Zeche Wilhelmine Victoria fortgesetzt und hat sich bis zum heutigen Tag als Schlüsselkompetenz erhalten.
Bei den hyperbolischen Kühltürmen, deren Bauweise nie unmodern geworden ist – siehe KraftwerkDatteln – besitzt die Schlotwand die Form eines Rotationshyperboloids. Sie ist für die Lastfälle Eigengewicht, Wind und Wärmespannungen zu berechnen, wobei der Lastfall Temperatur für die Bemessung maßgebend ist. Die Kühlturmschale lagert auf Schrägstützen, die ein Maximum an Durchlüftung gewährleisten.
Um eine formtreue Schalung für die Schlotwände zu erzielen, bedarf es einer großen Genauigkeit und vor allem einer standfesten Rüstung. Im besonderen Maße sind auch die Betontechnologen unseres Hauses gefragt, da die Wände wasserdicht und säureresistent hergestellt werden müssen.
Die erste deutsche Brücke mit vorgespannten Fertigteilträgern

Hesseler Weg bei Oelde in Westfalen
1938 baute Wayss & Freytag die Brücke Hesseler Weg bei Oelde in Westfalen. Sie war die erste Brücke in Deutschland mit vorgespannten Fertigteilträgern nach dem Patent von Eugene Freyssinet.
Die Plattenbalkenbrücke überquerte bis 2012 die A2 mit einer Spannweite von 33 m; sie galt als Meilenstein in Deutschland und Europa, weil sie den Durchbruch des Spannbetons im Brückenbau bedeutete. Der eigentliche Siegeszug des Spannbetons in Deutschland begann kriegsbedingt allerdings erst in den 50er Jahren.
Nachdem die Brücke einen jahrzehntelangen treuen Dienst erwiesen hat, musste sie ersetzt werden. Deswegen steht sie heute als technisches Denkmal auf dem Rastplatz Vellern, direkt an der A2, und kann von Interessierten besichtigt werden.
Weitere Daten:
→ 6,40 m Überbaubreite
→ 1,87 m Überbauhöhe
→ Tragwerksplanung: Gotthard Franz

Die Brücke als Baudenkmal auf dem Rastplatz Vellern
