Freytag und der Deutsche Betonverein

Conrad Freytag und der Deutsche Betonverein
Am 5. Dezember 1898 wurde in Berlin der Deutsche Betonverein gegründet, zu dessen Gründungsmitgliedern selbstverständlich auch Conrad Freytag zählte. Bis 1905 gehörte er dem Vorstand des DBV an, 1919 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.
1904 formulierte der DBV die „Vorläufigen Leitsätze für die Vorbereitung, Ausführung und Prüfung von Eisenbetonbauten“. Durch einen Erlass des preußischen Ministers für öffentliche Arbeiten wurden diese Leitsätze am 16. April 1904 verpflichtende Bestimmungen.
1907 gründeten der DBV und der Deutsche Architekten- und Ingenieurverband DAI den Deutschen Ausschuss für Eisenbeton. Dieser verabschiedete am 24. Mai 1907 die „Bestimmungen für die Ausführung von Konstruktionen aus Eisenbeton bei Hochbauten“. Am 13. Januar 1916 folgten die „Bestimmungen für die Ausführungen von Bauwerken aus Beton“ und am 9. September 1925 die „Bestimmungen des Deutschen Ausschusses für Eisenbeton“ als Erlass des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt.
1943 wurde „Eisenbeton“ durch den zutreffenderen Begriff „Stahlbeton“ ersetzt.
Bogenbrücke über die Isar

Frühes Beispiel einer ästhetischen Bogenbrücke
Am 12. August 1903 hatten die Firmen Wayss & Freytag und Heilmann & Littmann in München die Eisenbeton GmbH gegründet und zu deren Geschäftsführer Ludwig Zöllner bestellt. Unter dessen Leitung wurden in München und einem Umkreis von 30 km einige bemerkenswerte Brücken errichtet.
Ein schönes Beispiel ist die elegante zweifeldrige Brücke über die Isar (Heute “Kabelsteg”) bei der Isarlust in München nahe dem Maximilianeum, die 1898 fertiggestellt wurde. Die Spannweiten der beiden Bögen betragen je 37,50 m. Da die Bögen sehr flach ausgebildet sind (Korbbögen), verlaufen die resultierenden Kräfte nicht im Kern des Gewölbes, sodass Stahleinlagen die unvermeidlichen Zugkräfte aufnehmen müssen. Bemerkenswert ist, dass 1898 weder umfassende Erkenntnisse noch Vorschriften für den Bau von Stahlbetonbrücken vorlagen.