Die Betriebskrankenkasse

Hoffentlich W&F – versichert!
Zur Zeit der Unternehmensgründung war die soziale Absicherung eines Arbeitnehmers in Deutschland für unser heutiges Verständnis unvorstellbar schlecht. Die Arbeitszeit betrug 10 – 12 Stunden täglich an sechs Tagen in der Woche und dies für einen Jahreslohn für 650 Mark. Bei Krankheit oder schlimmer, einem Unfall mit nachfolgender Invalidität, gab es keine Lohnfortzahlung. Arbeitslosigkeit und Alterssicherung waren gesetzlich nicht abgesichert. Dies änderte sich erst mit Einführung der Bismarckschen Sozialgesetzgebung.
Am 30. April 1887 gründete die Freytag & Heidschuch oHG eine Betriebskrankenkasse, die auch ab 1900 in der nachfolgenden Aktiengesellschaft Bestand hatte und in der die Lohnfortzahlung bei Krankheit geregelt wurde. Zur Bemessung des Krankengeldes wurden die Kassenmitglieder in fünf Klassen eingestuft, wobei die Klasse von der Höhe des Verdienstes abhängig war. Wer der höchsten Klasse angehörte, bekam bei Krankheit ein Tagegeld von 4,50 Mark, ein der V. Klasse Zugehöriger erhielt nur 2,00 Mark täglich.
Die Monier-Broschüre

Berliner Belastungsversuche helfen dem Stahlbeton zum Durchbruch
Im Winter 1886/87 wurde von den in dieser Zeit noch getrennt operierenden Unternehmen Freytag & Heidschuch oHG, Neustadt a. d. Haardt, und G. A. Wayss & Cie, Berlin, in Berlin umfangreiche Belastungsversuche an bewehrten Betonkonstruktionen vorgenommen.
Untersucht wurden:
→ ein eisenbewehrtes Gewölbe mit 4,50 m Stützweite und 5 cm Scheiteldicke,
→ ein eisenbewehrtes Gewölbe mit 8,00 m Stützweite und 5 cm Scheiteldicke,
→ eisenbewehrte Deckenplatten unterschiedlicher Stützweite und Dicke,
→ eine Wand mit 3,50 m Stützweite, 3,50 m Höhe und 3 cm Dicke,
→ runde und eiförmige Röhren und
→ elliptisch ansteigende Geländebögen für Treppen.
Die Probebelastungen erfolgten bis zum Bruch, wobei jede einzelne Laststufe gemessen und aufgezeichnet wurde. Alle Versuche wurden in Gegenwart einer großen Anzahl interessierter Ingenieure und Architekten und unter Aufsicht der Baupolizei durchgeführt. Die Versuchsergebnisse veröffentlichte Wayss 1887 in der sogenannten Monier-Broschüre unter dem Titel:
„Das System Monier (Eisengerippe mit Zementumhüllung) in seiner Anwendung auf das gesamte Bauwesen.“
Dieses 128 Seiten umfassende Werk ist die Grundlage für die Verbreitung und Weiterentwicklung des Stahlbetonbaues in Deutschland. Neben der Beschreibung der Zement-Eisenkonstruktionen und der Ergebnisse aus den Belastungsversuchen enthält das Buch auch noch einmal die schon ein Jahr zuvor von Matthias Koenen veröffentlichten theoretischen Grundlagen. Von der Monier-Broschüre wurde 10.000 Exemplaren gedruckt und der Fachwelt kostenlos zur Verfügung gestellt.